Ein Leben mehr

In den Wälder der kanadischen Provinz Ontario wüteten um 1920 riesige Waldbrände, die ungeheure Zerstörungen anrichteten. Über 60 Jahre später befragt eine Fotografin für eine Bildreportage die letzten Zeitzeugen dieser Katastrophe Ein Leben mehr und trifft bei der Suche nach Boychuck, ihrem letzten Zeugen, in der Wildnis zwei alte Männer, die hier frei und selbstbestimmt, unbehelligt von der Außenwelt, ihren Lebensabend verbringen und ihr Ende selbst bestimmen wollen. Der Dritte in ihrem Bunde war Boychuck, aber er ist wenige Tage zuvor gestorben. Nach anfänglichem Misstrauen zeigen Tom und Charly ihr dessen Hütte und entdecken dort unzählige von ihm gemalte düstere Bilder. In ihnen hat er die Feuersbrünste dargestellt, doch das erkennt erst ihre zweite Besucherin: Marie-Desneige, die den größten Teil ihres Lebens in der Psychiatrie verbringen musste, vergessen von Familie und Freunden. Erst ihr Neffe Bruno, verschwiegener Verbündeter von Tom und Charlie, sieht bei einem Treffen, wie unglücklich die 82-Jährige ist, und bringt sie zu seinen Schützlingen im Wald. Die beiden alten Eigenbrötler sind verzaubert von der zarten Marie-Desneige, für die bei ihnen ein neues Leben beginnt. - Ein bewegender und wunderbar erzählter Roman über Freundschaft und Liebe, über ein Leben, das dem Tod die Stirn bietet, auch wenn er - wie es am Ende heißt - in allen Geschichten lauert. Außerdem ist der Roman ein Plädoyer dafür, in Freiheit und Würde alt zu werden. (Übers.: Sonja Finck)

Gudrun Eckl

Gudrun Eckl

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Ein Leben mehr

Ein Leben mehr

Jocelyne Saucier
Insel-Verl. (2015)

191 S.
fest geb.

MedienNr.: 794820
ISBN 978-3-458-17652-7
9783458176527
ca. 19,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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