Die Glocke im See

Im Jahr 1880 kommt der deutsche Architekturstudent Gerhard Schönauer ins norwegische Gudbrands-Tal, um dort den Abbau der mittelalterlichen Holzkirche von Butangen zu überwachen und dafür zu sorgen, dass diese in Dresden wiederaufgebaut Die Glocke im See werden kann. Die mit Wikingerornamentik reich verzierte Kirche ist baufällig und für die wachsende Gemeinde viel zu klein. Mit dem Bau einer neuen Kirche möchte der zupackende junge Pfarrer Kai Schweigaard ein Zeichen setzen und seine von Armut und strengem Klima geprägte Gemeinde in eine bessere Zukunft führen. Aber gegen diese Pläne wehrt sich vor allem die selbstbewusste Bauerntochter Astrid Hekne. Ihr geht es insbesondere um die beiden Kirchenglocken, die von einem ihrer Vorfahren zum Andenken an seine früh verstorbenen Zwillingstöchter gestiftet worden sind. Der Legende nach können diese "Schwesternglocken" bei großer Gefahr von alleine läuten, was sie im Laufe dieses tragischen Dreiecksdramas auch wiederholt tun ... - Der Norweger Lars Mytting, der einen Faible für Holz hat, ("Die Birken wissen es noch", BP/mp 2016 und "Der Mann und das Holz", 2014, nicht in BP/mp besprochen) setzt mit diesem ersten Teil einer Trilogie den uralten norwegischen Stabkirchen ein Denkmal. Myttings Heimat Gudbrands-Tal ist eine renommierte literarische Gegend; hier sind auch Peer Gynt und Kristin Lavranstochter beheimatet. Ein großartiger historischer Roman mit beeindruckenden Personen und eine Handlung, die streckenweise schicksalsschwer wie die Isländersagas ist. Sehr aktuell, da Norwegen Gastland der diesjährigen Frankfurter Buchmesse ist und deshalb überall empfohlen. (Übers.: Hinrich Schmidt-Henkel)

Maria Holgersson

Maria Holgersson

rezensiert für den Borromäusverein.

Die Glocke im See

Die Glocke im See

Lars Mytting
Insel-Verl. (2019)

482 S.
fest geb.

MedienNr.: 596795
ISBN 978-3-458-17763-0
9783458177630
ca. 24,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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