Nora Joyce und die Liebe zu den Büchern

Im Juni 1904 lernt Nora Barnacle den später weltbekannten Schriftsteller James Joyce kennen. Nora ist ein mittelloses irisches Mädchen, das als Zimmermädchen in einem Dubliner Hotel arbeitet. Für sie und Joyce ist es Liebe auf Nora Joyce und die Liebe zu den Büchern den ersten Blick. Schon vier Monate später brennt Nora mit Jim, so nennt sie Joyce, nach Paris durch. Danach reisen sie nach Zürich, wo sich Joyce eine Anstellung als Lehrer an der Berlitz School erhofft. Als man ihn nicht nimmt, fahren sie weiter nach Triest, Pola und wieder Triest. Jahrelang zieht das Paar, inzwischen auch schon mit Kindern, immer wieder um. In Triest hat er Privatschüler, schreibt gleichzeitig erfolglos an seinen Werken, treibt sich nächtelang in Lokalen herum, betrinkt sich sinnlos und vernachlässigt seine Familie. Nora versucht, trotz oft bitterer Armut, die Familie über Wasser zu halten. Ihre Liebe zu Joyce ist bedingungslos, grenzt manchmal beinahe an Hörigkeit. Als der Erste Weltkrieg ausbricht, retten sie sich nach Zürich, wo James Joyce Gönner findet, die sein literarisches Arbeiten und damit seine Familie finanziell absichern. Seit 1917 schreibt er ernsthaft an seinem Hauptwerk, Ulysses, das 1922 fertig wird und, unterstützt von Ezra Pound, jetzt in Paris, endlich den literarischen, gesellschaftlichen und finanziellen Durchbruch bringt. - Ein sehr bewegender Roman, in dem der Charakter von James Joyce ungeschönt beschrieben und die verschiedenen Stationen seines Lebens und Arbeitens aufgeführt werden. Im Mittelpunkt steht aber immer wieder die unbändige Kraft seiner Frau, die seinen Erfolg als Schriftsteller letztendlich erst ermöglicht hat. Lesens- und empfehlenswert!

Josef Schnurrer

Josef Schnurrer

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Nora Joyce und die Liebe zu den Büchern

Nora Joyce und die Liebe zu den Büchern

Nuala O'Connor ; aus dem Englischen von Eike Schönfeld
Insel Verlag (2021)

457 Seiten
kt.

MedienNr.: 974707
ISBN 978-3-458-68142-7
9783458681427
ca. 12,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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