Die Stille

Nach der Krise ist vor der Krise. "[D]as Virus, die Seuche, [...], die Masken, die entleerten Straßen der Städte", alles noch "frisch in Erinnerung", sind gerade erst vorbei, als die nächste, womöglich noch Die Stille größere Katastrophe eintritt - der "Zusammenbruch aller Systeme". In "Die Stille" entwirft Don DiLillo ein Szenario, das nichts weniger ist als der Beginn des Dritten Weltkriegs. Ein totaler Blackout legt das New Yorker Leben lahm. Die Stadt, die niemals schläft, wird in eine Zwangspause geschickt und mit ihr die fünf Protagonisten des Romans. Tessa und Jim befinden sich auf dem Rückflug von Paris, als im Landeanflug das Bordsystem ausfällt. Mit knapper Not überleben sie ein Bruchladung, nur um festzustellen, dass nicht nur die Flugzeugtechnologie versagt hat. Diane, Max und Martin sitzen währenddessen vor dem Fernseher und erwarten den Anpfiff eines Football-Spiels. Noch bevor das Spiel beginnt, wird der Bildschirm schwarz. Stille tritt ein. - DeLillios neuer Roman inszeniert das apokalyptische Thema ohne Action, in fast kammerspielartiger Weise und dürfte alle Leser/innen ansprechen, die sich für die Psychologie eines Infernos interessieren.

Antonie Magen

Antonie Magen

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Die Stille

Die Stille

Don DeLillo ; aus dem amerikanischen Englisch von Frank Heibert
Kiepenheuer & Witsch (2021)

105 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 603186
ISBN 978-3-462-00128-0
9783462001280
ca. 20,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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