Am Beispiel meines Bruders

Uwe Timm (*1940) war erst 3 Jahre alt, als sein 18 Jahre älterer Bruder nach einer schweren Verwundung an der Ostfront verstarb. Erst jetzt, da er allein noch von der Familie lebt, wagt er eine Spurensuche, die ihn an seine Wurzeln Am Beispiel meines Bruders führt. Von dem Bruder, der sich freiwillig zur Waffen-SS gemeldet hatte, gibt es nur ein paar Feldpostbriefe an die Eltern, ein kurzes "Fronttagebuch" und andere wenige Dinge, die nach dem Tod übersandt wurden. Timm versucht sich zu erinnern, wie Mutter und Vater mit der Entscheidung des Sohnes für die SS-Truppe und dann dem "Heldentod" umgegangen sind. Dabei stößt er auf die familiären Prägungen und Wertmaßstäbe, welche möglicherweise seine Angehörigen daran hinderten, den Nationalsozialisten die Gefolgschaft zu versagen. Dies und die Fragen nach Schuld und Gewissen des Einzelnen sind exemplarisch für eine ganze Generation. Ein wichtiges Buch, auch für junge Erwachsene.

Ingeborg Giesler

Ingeborg Giesler

rezensiert für den Borromäusverein.

Am Beispiel meines Bruders

Am Beispiel meines Bruders

Uwe Timm
Kiepenheuer & Witsch (2003)

158 S.
fest geb.

MedienNr.: 196104
ISBN 978-3-462-03320-5
9783462033205
ca. 16,90 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL, Li
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