Vienna

Die aus Wien stammende Journalistin erzählt in ihrem Debütroman die Geschichte ihrer Familie, hierbei werden reale Begebenheiten und Personen mit fiktiven Elementen verwoben. Deutlich wird ein lebensnahes Panorama, das die europäische, vor allem Vienna die Wiener und österreichische Geschichte von den 30er Jahren bis zur Gegenwart aufzeigt. Die Autorin beginnt mit den Großeltern und deren drei Kindern, darunter auch Hans, der Vater der Autorin. Auf der Flucht vor den Nazis verschlägt es ihn nach England, wo er Fußballer wird. Der Bruder kämpft als Soldat in Burma, die Schwester landet in Kanada. Der Roman ist anekdotenhaft aufgebaut und reiht unzählige Wendungen aneinander und genau das passt zu dieser Familie, deren skurrile Charaktere vom Erinnern und Erzählen leben. Dieses Erzählen hält die Familie zusammen und bildet zudem den roten Faden des Romans. Mit Sprachwitz hält Eva Menasse die Balance zwischen heiteren wie auch melancholischen Passagen. Entstanden ist nicht nur ein sehr empfehlenswerter Familienroman, sondern auch das Bild einer Epoche, die Menschen das Äußerste abverlangte und zugemutet hat, nichtsdestotrotz weist dieser Roman auch den Charme eines Wiener Kaffeehauses auf.

Vienna

Vienna

Eva Menasse
Kiepenheuer & Witsch (2005)

427 S.
fest geb.

MedienNr.: 547472
ISBN 978-3-462-03465-3
9783462034653
ca. 26,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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