Der gebrauchte Jude

Nach dem verbotenen Skandalbuch "Esra" (2003) legt Biller nun ein Selbstporträt vor, um zu zeigen: "Jemand wie ich war in Deutschland nicht vorgesehen". Das Buch wirft ein paar helle Schlaglichter auf die frühen Der gebrauchte Jude achtziger Jahre, wo es den Autor in Hamburg, München und Frankfurt umtrieb. Im Ganzen aber ist es eine finstere Polemik gegen Deutsche und Juden, gegen Autoren und Kritiker, speziell gegen jeden, der sich vom aufstrebenden Schriftsteller Biller nicht so gebrauchen ließ, wie der das wollte. Indem er umgekehrt meint, er sei "Der gebrauchte Jude", reagiert er jetzt seine Wut ab. Häme und Hass richten sich gegen Thomas Mann oder die Redaktionsgrößen der FAZ und der ZEIT, wo Biller volontierte. Der Leser spürt: Hier schreibt ein gekränkter Mensch, ein gescheiterter Schriftsteller, der nicht damit zurechtkommt, dass er an die Prominenten seiner Zunft nicht heranreicht. Wo sein Selbstmitleid sich äußert, bleibt das Selbstporträt nicht kitschfrei. Überflüssig.

Heinrich Halm

Heinrich Halm

rezensiert für den Borromäusverein.

Der gebrauchte Jude

Der gebrauchte Jude

Maxim Biller
Kiepenheuer & Witsch (2009)

173 S.
fest geb.

MedienNr.: 563655
ISBN 978-3-462-03703-6
9783462037036
ca. 16,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Li
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