Das ausgestellte Kind

Wolfgang Amadé war 7 Jahre alt, seine Schwester 11, als sie mit den Eltern, unter strenger Führung von Vater Leopold, von Salzburg aus auf Reisen gingen: Wien, München, Ludwigsburg, Mannheim, Paris... über Holland bis London. Tausendfach Das ausgestellte Kind wurde versucht, faktisch und fiktiv über die Erlebnisse auf diesen "Ausstellungs"-Reisen der beiden Wunderkinder zu schreiben, die vor Kaiserin Maria Theresia ebenso spielten wie vor Königen, Adeligen und Geistlichen von Rang im Europa des 18. Jh. Doch keiner hat W. A. Mozarts früheste Jahre der Entfaltung seines Genies so anrührend und delikat, so verschmitzt und so völlig ohne geschichtlichen Ballast dargestellt wie P. Härtling. In seiner Novelle, die mit dem köstlichen Sujet am Hofe der österreichischen Herrscherin beginnt und im böhmischen Olmütz endet, trifft der unsäglich feinfühlige, nuancenreich und knapp, süffisant und situationsgerecht erzählende Autor wieder einmal - denken wir an Härtlings Schubert-, Hoffmann- oder Schumann-Romane - den "Ton", der einer Musikerpersönlichkeit innewohnt, die uns noch heute in Atem hält. Das gekonnte Changieren zwischen Realität und Phantasie ("Woferl" erfindet am Klavier einen Kobold namens Quintus, der andere kujoniert und absichtlich "drausbringt") macht Härtling so schnell keiner nach. - Eine literarische Trouvaille.

Hans Gärtner

Hans Gärtner

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Das ausgestellte Kind

Das ausgestellte Kind

Peter Härtling
Kiepenheuer & Witsch (2007)

104 S.
fest geb.

MedienNr.: 269431
ISBN 978-3-462-03762-3
9783462037623
ca. 14,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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