Ein höllisches Ding, das Leben

Günter Lamprecht knüpft mit dem zweiten Teil seiner Erinnerungen zeitlich an seine Kindheit und Jugend an, die er in dem Buch "Und wehmütig bin ich immer noch" (2002) geschildert hat. Der vielfach ausgezeichnete Mime lässt Ein höllisches Ding, das Leben den Leser teilhaben an seinem Leben, das ihm Höhen und Tiefen (1.11.99 der Anschlag in Bad Reichenhall), grandiose Siege und schmerzliche Niederlagen bescherte. Lamprecht, der in über 150 Film- und Fernsehproduktionen mitwirkte und auf bedeutenden Bühnen Theater spielte, erzählt mit seiner klaren und zupackenden Sprache, wie er zuerst die Ausbildung zum Orthopädiemechaniker absolvierte und danach die Max-Reinhardt-Schauspielschule, 1955 nach Bochum übersiedelte und von dann ab nur noch als Schauspieler arbeitete, mit Regisseuren wie Michael Kehlmann, Erwin Piscator, Wolfgang Staudte und Robert Siodmak, mit Kollegen wie Hannes Messemer und Klaus Löwitsch, mit weltberühmten Autoren wie Jean Genet und Eugene Ionesco. Höhepunkt aber seiner Karriere ist seine Darstellung des Franz Biberkopf im "Alexanderplatz", unter der Regie des genialen Rainer Werner Fassbinder. - Lamprechts Leben in seiner Fülle und Konkretheit vermittelt künstlerisches Potential und viel Zeitkolorit und -geschichte. Gut lesbar und empfehlenswert.

Hans Voggenreiter

Hans Voggenreiter

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Ein höllisches Ding, das Leben

Ein höllisches Ding, das Leben

Günter Lamprecht
Kiepenheuer & Witsch (2007)

252, [16] S. : Ill.
fest geb.

MedienNr.: 554821
ISBN 978-3-462-03777-7
9783462037777
ca. 18,90 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Mu
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