Ein Ort fernab der Welt

Jacques und Léon, die als Kinder mit ihrer Familie von Mauritius nach Frankreich kamen, beschließen 1891, nach dem Tod der Eltern, auf ihre Heimatinsel, die für sie immer ein Paradies blieb, zurückzukehren. Auf dem Schiff brechen Ein Ort fernab der Welt die Pocken aus und die Passagiere bleiben unter schlimmen Bedingungen auf einer Insel in Quarantäne. Nur Léon erlebt die Zeit als paradiesisch, denn er hat seine Liebe gefunden: die Inderin Suryavati. Weil Jacques nach "Kolonialherrenart" die Beziehung zu der "Eingeborenen" ablehnt, fährt Léon nach Ende der Quarantänezeit nicht mit nach Mauritius und gilt seither als "verschollen". - Die Struktur des Romans ist komplex und die Lektüre erfordert eigentlich Kenntnisse der französischen Literatur und der Kolonialgeschichte. Ohne diese ist das Buch als außergewöhnlicher Abenteuerroman zu lesen. Eher für größere Bestände zu empfehlen.

Ingeborg Giesler

Ingeborg Giesler

rezensiert für den Borromäusverein.

Ein Ort fernab der Welt

Ein Ort fernab der Welt

J. M. G. LeClézio
Kiepenheuer & Witsch (2000)

566 S.
fest geb.

MedienNr.: 141233
ISBN 978-3-462-04116-3
9783462041163
ca. 24,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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