Unendlichkeiten

Am Ende wird alles gut. Denn der irische Mathematiker Adam Godley erwacht aus dem Koma, seine Ehefrau Ursula beschließt den Alkoholverzicht, Adam jun. plant mit seiner schönen Helen ins elterliche Herrenhaus zu ziehen, und die hypersensible Unendlichkeiten 19-jährige Tochter Petra zeigt sich ausgeglichen. Dem vom eloquenten irischen Schriftsteller John Banville (Jahrgang 1945) gewählten Happy End gehen Geschehnisse voraus, in denen aus der Kollision von Banalem mit Erhabenem groteske Situationen entstehen. Als Impulsgeber für wundersame Schicksalswendungen fungieren die Götter, die sich unter "die Sterblichen" mischen, um mit ihnen "Schabernack" zu treiben. Vor allem der einfallsreiche Ich-Erzähler Hermes greift in Familienangelegenheiten ein und erweist sich zumeist sogar als Friedensstifter. Indem der präzise im Detail sowie beeindruckend bilderreich erzählende Autor Hermes und dessen Göttervater Zeus nur einen Erdentag zur Verfügung stellt, entsteht aus der zeitlichen Begrenzung ein den Roman umschließender Spannungsbogen. Aufgrund ihrer straffen Dramaturgie sowie ihres überschaubaren, subtil porträtierten Figurenensembles garantiert die mit Witz und hintergründigem Humor übermittelte Familiengeschichte ein besonderes Lesevergnügen. (Übers.: Christa Schuenke)

Kirsten Sturm

Kirsten Sturm

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Unendlichkeiten

Unendlichkeiten

John Banville
Kiepenheuer & Witsch (2012)

318 S.
fest geb.

MedienNr.: 357816
ISBN 978-3-462-04379-2
9783462043792
ca. 19,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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