Tage mit Echo

Peter Härtling liebt das biografische Erzählen. Meisterhaft versteht er es, aus kleinen Episoden große Lebensgeschichten zu klauben. In Härtlings neuem Prosabuch sind es die letzten Episoden. Ein künstlerisches Leben geht zu Ende, Tage mit Echo ohne dass es die Helden merken. Das sind ein Schauspieler aus der Gegenwart und ein Maler der Goethezeit. Der alternde Schauspieler hat die Idee, aus letzten Werken bedeutender Schriftsteller vorzulesen. Die Familie zweifelt am Erfolg dieses Unterfangens. Doch Brodbeck wagt es. Uwe Johnsons "Jahrestagen" wegen geht er nach Jerichow, Fontanes "Stechlin" zuliebe nach Potsdam. Und entdeckt mit seinen Zuhörern die letzten Bücher als "Mitteilungen von letzten Lebensstrecken", "aufbegehrend, müde, schlaftrunken". - Der talentierte Heidelberger Künstler Fohr will Maler werden und geht Anfang des 19. Jahrhunderts nach Rom. Er findet Eingang in die illustren Künstlerkreise im Café Greco und stirbt über seinem letzten Werk, einem Gruppenbild, nur 22 Jahre jung. Zwei Künstlernovellen über letzte Werke und ihre Bedeutung für den Künstler und die Nachwelt. Sehr lesenswert; für größere Bestände.

Michael Braun

Michael Braun

rezensiert für den Borromäusverein.

Tage mit Echo

Tage mit Echo

Peter Härtling
Kiepenheuer & Witsch (2013)

246 S.
fest geb.

MedienNr.: 575837
ISBN 978-3-462-04572-7
9783462045727
ca. 18,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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