Lost in Fuseta

Bis jetzt ist Portugal dem deutschen Lesepublikum nicht als Land für Verbrechen, smarte Kommissare und vertrackte Krimis bekannt. Dem wollte Gil Ribeiro, alias Holger Karsten Schmidt, einer der erfolgreichsten Drehbuchautoren Deutschlands, Lost in Fuseta entgegenwirken. Ein Krimi an der Algarve-Küste, einem der beliebtesten Touristen-Paradiese! Dorthin nämlich wird Leander Lost, Kriminalkommissar aus Hamburg, innerhalb eines Austauschprogrammes für ein Jahr geschickt. Und gleich nach seiner Ankunft sieht er sich mit einem Mordfall im idyllischen Fischerdorf Fuseta konfrontiert. Lost ist der Dritte im Team von Graciana Rosado und Carlos Esteves, zwei Sub-Inspektoren, die anfangs den Deutschen für sehr merkwürdig halten. Denn Leander hatte in kürzester Zeit die Landessprache gelernt, zieht sich merkwürdig an und starrt jeden Fremden an. Doch letztlich ist seinem Handicap die Lösung des Falles zu verdanken. - Das Buch beschreibt liebevoll und detailliert Land und Leute, und der Fall selbst verweist auf ökologische, wirtschaftliche und politische Probleme bzw. Skandale um die Wasserversorgung. Schade, dass Namen- und Titelgebung von Personen so gar nicht den portugiesischen, zugegebenermaßen verwirrenden, Gepflogenheiten entsprechen. Einige Rechtschreibfehler oder ungenaue, auch klischeehafte landeskundliche Hintergrundinformationen hätte eine Lektorierung seitens eines native speakers leicht beheben können. Dennoch ist für Portugal-Fans und Liebhaber von Krimiliteratur dieser Anfang mit Kommissar Leander Lost sicherlich vielversprechend. Überall einsetzbar.

Luísa Costa Hölzl

Luísa Costa Hölzl

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Lost in Fuseta

Lost in Fuseta

Gil Ribeiro
Kiepenheuer & Witsch (2017)

388 S. : Kt.
kt.

MedienNr.: 587934
ISBN 978-3-462-04887-2
9783462048872
ca. 14,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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