Ach, Virginia

Michael Kumpfmüller taucht ein in die Gedankenwelt von Virgina Woolf kurz vor ihrem Suizid am 28. März 1941. Seit langer Zeit schon befindet sie sich in einer seelischen und kreativen Krise, hat bereits einen Klinikaufenthalt hinter Ach, Virginia sich und den Entschluss gefasst, ihrem Leben ein Ende zu setzen. Ins Wasser will sie gehen und vom Fluss davongetragen werden. Doch der Zeitpunkt ist noch nicht da. Virginia quält sich durch ihre Tage, die keine Form und keine Struktur besitzen, ist hin und her gerissen zwischen Wachsein und Schlaf, wälzt dunkle Gedanken und traurige Erinnerungen, rekapituliert Erfahrungen, Begegnungen und destruktive Gefühle. Das alles ist herausfordernd zu lesen und literarisch anspruchsvoll - Kumpfmüller versteht es meisterhaft, den Geisteszustand einer depressiven Person einzufangen und gleichzeitig der Essenz ihres künstlerischen Schaffens nachzuspüren. Gleichwohl ist die Lektüre dieses Buches belastend und nur für stabile Gemüter mit Interesse an der Biografie Woolfs eine wirkliche Empfehlung. Sehr speziell, erschütternd und schwierig.

Vanessa Görtz-Meiners

Vanessa Görtz-Meiners

rezensiert für den Borromäusverein.

Ach, Virginia

Ach, Virginia

Michael Kumpfmüller
Kiepenheuer & Witsch (2020)

235 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 599899
ISBN 978-3-462-04921-3
9783462049213
ca. 22,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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