Ihr sollt wissen, dass wir noch da sind

Jahrzehnte nach dem Selbstmord ihres Vaters beginnt Esther Safran Foer, alles über die Erlebnisse ihrer aus der Ukraine stammenden und 1949 in die USA ausgewanderten jüdischen Familie in Erfahrung zu bringen. Doch ihre Mutter schweigt Ihr sollt wissen, dass wir noch da sind über die Vergangenheit. Nur einmal erwähnt sie, dass Esthers Vater schon einmal verheiratet war und eine Tochter hatte. Internetrecherchen, die Holocaust-Datenbank von Yad Vashem, aber auch das fiktive Buch ihres Sohnes Jonathan über das Schtetl Trachenbrod, in dem die erste Familie ihres Vaters gelebt hatte, führen sie zu ihren lebenden Verwandten überall auf der Welt, aber auch zu der Familie, die ihren Vater damals gerettet hatte. Esther reist an den Ort, an dem ihre Halbschwester mit deren Mutter und 5000 weiteren Juden brutal von den Nazis erschossen wurden. In diesem in der Ich-Form geschriebenen Buch beschreibt die Autorin die Gräuel, die ihren im Holocaust umgekommenen Verwandten widerfahren sind, aber auch den Schmerz der Überlebenden, die mit dem Verlust ihrer Familien weiterleben mussten. Dadurch, dass nicht nur sie selbst, sondern auch ihr Sohn sich mit dieser schrecklichen Vergangenheit beschäftigt, wird deutlich, dass dieser Schmerz über Generationen hinweg weitergetragen wird. - Ein beeindruckendes Leseerlebnis!

Adelgundis Hovestadt

Adelgundis Hovestadt

rezensiert für den Borromäusverein.

Ihr sollt wissen, dass wir noch da sind

Ihr sollt wissen, dass wir noch da sind

Esther Safran Foer ; aus dem Englischen von Tobias Schnettler
Kiepenheuer & Witsch (2020)

285 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 602058
ISBN 978-3-462-05222-0
9783462052220
ca. 22,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Bi
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