Margos Töchter

Leonore Seliger, genannt Leo, liebt die Beatles und hasst ihre Mutter und die Enge in der Provinz der 60er Jahre. Sie möchte wissen, was die Eltern während der Nazizeit getan haben, doch die Elterngeneration vergräbt sich in Schweigen Margos Töchter oder Entschuldigungen. In einem internationalen Ferienlager in der DDR hat sie Clara kennengelernt. Clara ist vier Jahre älter als sie und schreibt ihr heimlich Briefe unter falschem Namen. Leo merkt nicht, dass sie in den Briefen ausgefragt wird. Während Leo nach dem Abitur ein halbes Jahr in London verbringt und ungewollt schwanger wird, bekommt Clara ein Kind im Frauengefängnis Hoheneck. Sie soll als Spionin in die BRD gehen und wartet darauf, freigekauft zu werden. - Cora Stephan, die unter dem Pseudonym "Anne Chaplet" (zul. "In tiefen Schluchten", BP/mp 17/709) etliche Kriminalromane veröffentlich hat, gibt in ihrem Roman eine Lehrstunde in deutscher Geschichte: Studentenunruhen, deutscher Herbst, die Stasi, der Fall der Mauer, die Treuhand, der Wiederaufbau. Sachkundig beschreibt sie Urteile und Vorurteile auf beiden Seiten der Mauer. Der Verknüpfung der Schicksale von Leo und Clara kommt eine junge Frau, die von Leo adoptiert wurde, in der Gegenwart auf die Spur. Das Leben von Leos Mutter wird im Vorgängerroman "Ab heute heiße ich Margo" (BP/mp nicht bespr.) erzählt. Ein spannender Roman zur deutschen Geschichte für alle Bestände.

Susanne Emschermann

Susanne Emschermann

rezensiert für den Borromäusverein.

Margos Töchter

Margos Töchter

Cora Stephan
Kiepenheuer & Witsch (2020)

396 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 600423
ISBN 978-3-462-05227-5
9783462052275
ca. 22,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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