Vivaldi und seine Töchter

Als Sohn eines Komponisten und Professors für Musikpädagogik hatte Schneider selbst oft als 2. Geiger Stücke von Vivaldi gespielt. Als der Kameramann Michael Ballhaus Schneider um ein Drehbuch für einen Film über Vivaldi bittet, Vivaldi und seine Töchter beginnt Schneider mit der Recherche über den heute häufiger als Beethoven und Mozart gespielten Komponisten. Schneider versteht es, über den Priester und Komponisten Vivaldi ebenso zu erzählen wie über den Menschen und Geschäftsmann Vivaldi, der auf einem Wiener Armenfriedhof begraben wurde und seine handschriftlichen Partituren verkaufen musste, um zu überleben. Immer wieder thematisiert Schneider seine Recherchearbeit, die ihn u. a. entdecken lässt, dass der am Königshof und im Vatikan gefragte Vivaldi auch für ein bescheidenes Gehalt im venezianischen Waisenhaus "Ospedale de la Pietà" das erste damals bekannte Mädchenorchester gründete, in dem die später in ganz Europa bekannte Sängerin und Vivaldis Primadonna Anna Giró lebte. Die in die historische Recherche eingebundenen fiktiven Dialoge tragen zur Spannung des Romans bei. Einfühlsam führt Schneider einen Vivaldi vor, über dessen Leben Vieles nur angedeutet und vermutet werden kann.

Adelgundis Hovestadt

Adelgundis Hovestadt

rezensiert für den Borromäusverein.

Vivaldi und seine Töchter

Vivaldi und seine Töchter

Peter Schneider
Kiepenheuer & Witsch (2019)

286 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 598782
ISBN 978-3-462-05229-9
9783462052299
ca. 20,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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