Die Parade

In einem nicht weiter benannten Bürgerkriegsland sollen in Friedenszeiten zwei ausländische Bauarbeiter aus einem Industrieland den armen Süden durch eine Straße mit dem reichen Norden verbinden. Sie könnten charakterlich nicht Die Parade unterschiedlicher sein. Der eine, Vier genannt, hält sich strikt an die Regeln der Firma, nimmt keinen Kontakt zur Bevölkerung auf, kein einheimisches Essen zu sich und folgt streng dem Zeitplan. Der andere, Neun, saugt, alle Gefahren außer Acht lassend, die neuen Eindrücke regelrecht in sich auf, ist offen für die Menschen, ihre Lebensverhältnisse und Kultur. Diese Situation führt unweigerlich zu Konfrontationen. Als Neun lebensgefährlich erkrankt, ist Vier gezwungen von seinem Weg abzuweichen. Er erkennt seine falschen Verdächtigungen und Einschätzungen und beginnt Vertrauen zu den Einheimischen zu fassen. Für sie bedeutet die neu asphaltierte Straße Hoffnung, Handel, Medizin. Die Regierung will sie mit einer großen Parade einweihen. - Eggers wählt einen minimalistischen, geradlinigen Schreibstil, der die Leser/-innen bis zum Knaller auf den letzten Seiten nicht von der Geschichte loskommen lässt. Namen und Orte werden nicht genannt oder durch Platzhalter ersetzt. Seine Parabel über die Gegensätzlichkeit menschlicher Charakter und die Frage, ob man wirklich immer Gutes tut, wenn man meint, es zu tun, stimmt nachdenklich. - Für alle Büchereien gerne empfohlen.

Nicole Lorrig

Nicole Lorrig

rezensiert für den Borromäusverein.

Die Parade

Die Parade

Dave Eggers ; aus dem Englischen von Ulrike Wasel und [einem weiteren]
Kiepenheuer & Witsch (2020)

183 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 600416
ISBN 978-3-462-05357-9
9783462053579
ca. 20,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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