Sternenfeuer

Bei einem Waldbrand wurden die aus Band 1 der Serie bekannte Stute Estrella und Hengst Espero auseinander getrieben, Espero sogar verletzt. In einem zweiten Erzählstrang wird der Menschenjunge Tijo zum Vollwaisen, als seine Pflegemutter Sternenfeuer Haru stirbt. Da sein Stamm den gehbehinderten Jungen nur unter Obhut der heilkundigen Haru als Mitglied akzeptiert hatte, steht der Junge ebenso hilflos und alleine da wie der durch den Brand erblindete Hengst Espero. Als sich Junge und Pferd treffen, überwiegen zuerst Unkenntnis und Angst im Umgang miteinander. Tijo hat noch nie ein Pferd gesehen und hält Espero für einen großen Hund. Er nennt ihn sogar so, bis er merkt, dass es dem Pferd nicht passt, so genannt zu werden. Espero hat wie der Rest der Herde schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht und erlebt den Jungen als Gefahr. In einem anrührend achtsamen Prozess gewinnt Tijo das Vertrauen des Hengstes und erlernt quasi dessen Sprache. Trotz seiner asymmetischen Gangstörung findet Tijo eigenständig zu eine Methode auf Espero zu reiten. Der pferde- und reitkundige Teil der Leserschaft wird sich hierbei an die Horsemanship-Methode erinnert fühlen, die für einen sensiblen und artgerechten Umgang mit Pferden steht. Nachdem sich Espero und Tijo mit der vor einer Arbeitskolonne der Menschen geflüchteten Maultier-Stute Yazz zusammengetan haben, begegnen sie Stute Estrella und dem Rest der Herde wieder. Die Wiedersehensfreude ist getrübt, da Estrella und die Herde nicht nachvollziehen können, warum Espero die Gesellschaft eines Menschenjungen genießt. Der Hengst lässt sich von den Vorurteilen seiner Artgenossen nicht beirren und kämpft dafür, dass Tijo einen Platz in der Herde findet. Der Roman löst die Darstellung von Menschen- und Pferdesprache durch unterschiedliche Formatierung. Je verständiger Tijo und Espero miteinander umzugehen lernen, desto mehr "antwortet" der Hengst in einer kursiv gesetzten Sprache, die Tijo versteht. Neben einer erfolgreichen Mensch-Tier-Verständigung thematisiert die Geschichte mit viel Tiefgang, was Freiheit, Freundschaft und die Dimensionen von Leben und Tod für Mensch wie Tier bedeuten können. Spannender Tier-Fantasy-Roman in Serie, zu dem im Herbst 2017 der ins Deutsche übersetzte Band 3 folgt. Für Jugendliche ab 12 Jahren und Erwachsene empfohlen.

Michaela Groß

Michaela Groß

rezensiert für den Borromäusverein.

Sternenfeuer

Sternenfeuer

Kathryn Lasky
Ravensburger Buchverl. (2017)

Die Spur der Donnerhufe ; 2
204 S. : Ill.
fest geb.

MedienNr.: 588284
ISBN 978-3-473-36947-8
9783473369478
ca. 14,99 € Preis ohne Gewähr

Borromäus-Altersempfehlung: ab 12
Systematik: K
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