Meine Berliner Kindheit

Helene wird 1939 geboren, wenige Monate vor Beginn des Zweiten Weltkrieges. Ihre Zwillingsschwester stirbt wenige Tage später. Ihre Mutter Anneliese ist erst 16 Jahre alt, und der Vater auf und davon. Aber Helene hat Glück: Sie hat Meine Berliner Kindheit eine resolute, liebevolle Großmutter. Als der Krieg fast vorüber ist, feiert ihre Mutter ihren 21.Geburtstag; kurz darauf stirbt die Großmutter. Doch dann verliebt sich die Mutter in einen Afrikaner. Zunächst scheint sich das Blatt zu wenden, aber schon bald nach der Hochzeit wird für Helene und ihre Mutter nur noch alles schlimmer. Jedes Jahr kommt Nachwuchs und Helene muss viel - viel zu viel - helfen. Die Schule leidet darunter. Der Vater bevorzugt seinen einzigen Sohn; auf Helenes Seele "wächst eine Hornhaut". Als sie zusehen muss, wie der Vater, immer wieder arbeitslos, oftmals betrunken, ihre Mutter verprügelt, reift in ihr der Gedanke, ihn umzubringen. Doch die Mutter hält sie zurück. Letztendlich darf Helene zur Freundin ihrer Mutter ziehen und wird Telefonistin. Die übrige Familie wandert aus nach Frankreich. - Es ist eine anrührende Geschichte, wie sie viele Menschen im Krieg, und vor allem in den Wirren danach, erlebt haben. Am meisten leiden die Kinder, aber seltsamerweise werden sie fast immer mit den Grausamkeiten auf ihre Art fertig. Sie entwickeln Überlebensstrategien mit eigenen Moralvorstellungen. - Ein durchaus lesenswertes Buch, sowohl für ältere Menschen, die oftmals sogar nostalgisch an diese Zeit zurückdenken, als auch für jüngere, die erkennen werden, dass ein Krieg nur " Verlierer" hervorbringt.

Margrit Diekmann

Margrit Diekmann

rezensiert für den Borromäusverein.

Meine Berliner Kindheit

Meine Berliner Kindheit

Barbara Schilling
Rosenheimer (2011)

298 S.
fest geb.

MedienNr.: 346066
ISBN 978-3-475-54078-3
9783475540783
ca. 9,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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