An allem sind die Juden und die Radfahrer schuld

Avi Primor, von 1993-1999 israelischer Botschafter in Deutschland, weist in diesem persönlichen Buch darauf hin, dass der Schlüssel zu einer dauerhaften deutsch-israelischen Verständigung nur in einem von beiden Seiten getragenen An allem sind die Juden und die Radfahrer schuld Willen zur Versöhnung liegen kann. Geprägt durch seine eigenen Beobachtungen und Erfahrungen in Deutschland distanziert er sich nicht nur von der oft beschworenen Angst vor einem neuen Antisemitismus, sondern betont das starke Bemühen um eine bewusste Aufarbeitung der Vergangenheit und scheut sich auch nicht, Kritik an der Politik Israels zu üben. In ganz unterschiedlichen Bereichen macht er auf Vorurteile bzw. Missverständnisse aufmerksam und versucht diese aufzuarbeiten und zu widerlegen. Einige seiner Erläuterungen sind befremdend (insbesondere im Kapitel "Die Juden haben Jesus ermordet"), fallen sehr einseitig aus (z.B. "Die Passionsgeschichte des NT ist der narrativ-theologisch überhöhte Bericht einer römischen Hinrichtung") und sind nicht auf dem neuesten Stand (z.B. "Passionsspiele in Oberammergau als Multiplikator antijüdischer oder antisemitischer Vorstellungen"). - Trotz einiger sachlicher Vorbehalte ist das Buch kritischen Lesern zu empfehlen!

Inge Hagen

Inge Hagen

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

An allem sind die Juden und die Radfahrer schuld

An allem sind die Juden und die Radfahrer schuld

Avi Primor ; Christiane von Korff
Piper (2010)

307 S.
fest geb.

MedienNr.: 328659
ISBN 978-3-492-04698-5
9783492046985
ca. 19,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: So
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