Die Frau mit dem Hund

Jule Tenbrock hat es gut. Sie lebt im siebten Distrikt einer sicheren Stadt, fernab der unsicheren und daher abgeriegelten Vorstädte und ländlichen Gegenden. Sie arbeitet in einer Wäscherei, der Supermarkt liefert vorgefertigte Die Frau mit dem Hund Gerichte. Arbeit bringt Bonuspunkte, die allgegenwärtige Stiftung regelt den Alltag der Bewohner bis ins kleinste Detail, keine Haustiere, keine Kinder, dafür viel Entertainment via Konsole. In diese Welt bricht Pola mit ihrer Hündin Zsazsa ein, jung, hochschwanger und von jenseits des Zauns. Und sie wirbelt das Leben von Jules Nachbarn Abramowski gründlich durcheinander, bringt den Hauch des Abenteuers und der Sinnlichkeit in diese fade Welt. - Auf gerade einmal 149 Seiten beschreibt Birgit Vanderbeke eine Gesellschaft, die in ihrer Trostlosigkeit an die momentan angesagten Dystopien im Jugendbuch erinnert. Seine große Spannung bezieht der Roman aus der Ambivalenz zwischen einem vollends durchorganisiertem Alltag und dem plötzlichen Auftauchen eines Menschen, der eher planlos und sinnenfreudig lebt. Pola schafft es, die Stärken beider Seiten für sich zu nutzen, zum Wohle aller. Vanderbekes neuer Roman ist eine unterhaltsame und zum Nachdenken auffordernde Lektüre auch für ältere Jugendliche und für größere Bestände durchaus eine Bereicherung.

Beate Mainka

Beate Mainka

rezensiert für den Borromäusverein.

Die Frau mit dem Hund

Die Frau mit dem Hund

Birgit Vanderbeke
Piper (2012)

148 S.
fest geb.

MedienNr.: 572759
ISBN 978-3-492-05511-6
9783492055116
ca. 16,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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