Zeiten der Erkenntnis

"Geschichte hilft uns, die ganze Palette unserer Fähigkeiten und Defizite als Menschen zu sehen; sie ist nicht einfach ein nostalgischer Blick zurück." Unter diesem Aspekt durchforstet der Historiker Ian Mortimer das letzte Zeiten der Erkenntnis Jahrtausend - beschränkt auf die abendländisch geprägte Welt -, wobei er die für ihn entscheidenden Entwicklungen und Persönlichkeiten der einzelnen Jahrhunderte herausarbeitet. Kenntnisreich und unterhaltsam beschreibt er die Ausgangssituation in den ausgewählten Ländern, geht auf die Verhältnisse in England näher ein und verweist - ohne ins Detail zu gehen - auf die Neuerungen, die zu bleibenden Veränderungen und massiven Auswirkungen auf das Leben der Menschen führten. Nicht jeder Leser wird mit der Festlegung auf gesellschaftspolitische und wissenschaftlich-technische Errungenschaften bzw. mit der Auswahl der Hauptakteure zufrieden sein, auch nicht mit der Vernachlässigung der Kunst, aber für Mortimer steht die direkte Auswirkung auf den Lebensstil der jeweiligen Zeitgenossen und der Nachwelt im Vordergrund. Insgesamt jedoch entwickelt der Autor ein lebendiges Bild historischer, heute noch vorhandener Gegebenheiten. So zeigt er, wie z.B. im 13. Jh. der Handel durch das neuartige Bank- und Münzwesen nachhaltig aufblüht, wie die Einführung von Dom/Kathedralschulen und Universitäten eine "Bildungsrevolution" auslöst und die Gründung der Bettelorden die Kirche aus ihrer Stagnation befreit. Das Buch endet mit einem nachdenklichen Blick in die Zukunft, in der der Mensch noch größeren Veränderungen ausgesetzt sein wird. - Für große Bestände!

Inge Hagen

Inge Hagen

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Zeiten der Erkenntnis

Zeiten der Erkenntnis

Ian Mortimer
Piper (2015)

431 S. : graph. Darst.
fest geb.

MedienNr.: 583554
ISBN 978-3-492-05669-4
9783492056694
ca. 25,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Ge
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