Lasst die Kinder los

"Die Art und Weise, wie in unserer Gesellschaft der Erziehungsnotstand proklamiert wird, hat zu dem Eindruck geführt, als ob alle Eltern professioneller Hilfe von außen bedürften" (S. 33), stellt die Autorin fest. Eine Lasst die Kinder los Folge sei, dass Eltern sich inkompetent fühlen. Die Erziehungswissenschaftlerin macht eine generelle gesellschaftspolitische Krise für die Verunsicherung der Eltern verantwortlich, die bis in die Familie hineinreicht. Politik und Gesellschaft erwarten "verantwortete Elternschaft", letztendlich perfekte Voraussetzung in 'Planung und Erziehung', Fördern ohne Unterlass, "Treibhausförderung" (S. 8). - Eltern für bei der Erziehung ihrer Kinder nicht allein zu lassen, ist ein Thema, weitere sind Kindheitsmythen, perfekte Eltern und Kinder, eine elternfreundlichere Gesellschaft mit Mut zu Gelassenheit und Intuition, um Kindern im doppelten Sinn mehr Spielraum zu gewähren. Ein beachtenswertes Buch, entstanden aus einer Bündelung jahrelanger Forschungsarbeit. Ab mittleren Beständen empfehlenswert.

Karola Bartel

Karola Bartel

rezensiert für den Borromäusverein.

Lasst die Kinder los

Lasst die Kinder los

Margit Stamm
Piper (2016)

283 S. : graph. Darst.
fest geb.

MedienNr.: 585513
ISBN 978-3-492-05711-0
9783492057110
ca. 24,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Pä
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