Winterjournal

Von seiner frühesten Kindheit bis zum Winter des Jahres 2011 spannt der 64-Jährige Auster den Bogen in locker gefügten Assoziationsketten. Weit über die nüchternen biografischen Fakten und Alltagsbegebenheiten hinausreichend dient Winterjournal es der Selbstvergewisserung, ist Lebensbeichte und Nachdenken über die Schicksalhaftigkeit und Endlichkeit jeder menschlichen Existenz. Der Text zeigt uns in uneitler Wahrhaftigkeit ein Kind, überwältigt von ersten berauschenden Sinneserfahrungen, einen Jugendlichen mit seinen Hoffnungen, Sehnsüchten und Leidenschaften, einen Vater und Ehemann geplagt von Alltagssorgen und existenziellen Ängsten, einen Autor mit seinen Misserfolgen und Triumphen - und vor allem einen Liebenden, der mit seiner zweiten Frau (der berühmten Schriftstellerin Siri Hustvedt) nunmehr 30 Jahre in einer erfüllten Beziehung zusammenlebt. Dass es sich beim Verfasser um einen berühmten zeitgenössischen Autor handelt, könnte man fast vergessen, denn von seinen schriftstellerischen Erfolgen ist nur nebenbei die Rede. Aber nur ein Autor seines Ranges macht aus einem persönlichen Lebensbericht große, ergreifende Literatur, die auch Leser ansprechen wird, die von Paul Auster bisher nicht gehört oder gelesen haben. Hinreißend, spannend und lebensklug!

Helmer Passon

Helmer Passon

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Winterjournal

Winterjournal

Paul Auster
Rowohlt (2013)

253 S.
fest geb.

MedienNr.: 385574
ISBN 978-3-498-00087-5
9783498000875
ca. 19,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Li
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