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Es ist so weit. Die Maschinen haben die Macht übernommen. Genauer gesagt, nicht die Maschinen, sondern die Rechner, die sie steuern: die Algorithmen. Der Mensch ist ausrechenbar geworden, z.B. durch Profile, die über die Nutzung Next von Smartphones und des Sozialnetzwerks Facebook entstanden sind. So hatten es die Algorithmen irgendwann nicht mehr schwer, den Menschen, der nur noch User genannt wird, in ihr System zu integrieren. Menschliche Konzepte wie Liebe, Glaube, Zufall und Freiheit werden nicht nur in Frage gestellt, sondern als unverständlich, weil nicht berechenbar, belächelt - zumindest im ersten Teil des Buches, der von einem Algorithmus erzählt wird. Auch der Mensch kommt dann zu Wort und darf den Vorgang nach seinem Verständnis darstellen. Interessanterweise lamentiert dieser Mensch nicht. Es ist eher so, dass ihm die Welt - die Körperzeit - mehr oder minder entglitten ist. - Das Nachdenken über dieses Buch setzt nicht erst ein, wenn es ausgelesen ist. Das Thema ist hochaktuell und mehr als einmal fühlt sich der Leser in seiner Handhabung elektronischer Medien und des Internets ertappt. Miriam Meckel hält die verschiedenen Sprachen von Algorithmus und Mensch durch. Das ist bewundernswert, aber z.T. auch anstrengend. Obwohl das Buch ohnehin nicht dick ist, stellt sich der Eindruck ein, dass sich die Denkansätze wiederholen. Als Anregung zum Nachdenken trotzdem allemal zu empfehlen.

Barbara Leidl

Barbara Leidl

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

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Miriam Meckel
Rowohlt (2011)

315 S.
fest geb.

MedienNr.: 351869
ISBN 978-3-498-04523-4
9783498045234
ca. 19,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Te, So
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