Alles über Heather

Dieser recht skurrile Roman des mehrfach ausgezeichneten Regisseurs und Drehbuchautos ("Die Sopranos") über eine amerikanische Mittelschichtfamilie lässt sich ausgesprochen kurios, sprachlich geradezu slapstickartig an, kippt dann fast unmerklich, Alles über Heather um als schwarze Tragikkomödie zu enden. Das Ehepaar Marc und Karen Breakstone haben in Heather eine äußerst attraktive, von allen bewunderte Tochter. Mutter Karen, eine echte Helikoptermutter, hütet sie wie ihren Augapfel und torpediert sogar den Umgang der Tochter mit ihrem Vater, von dem sie sich gleichzeitig immer mehr abwendet. Zu ihrem Leidwesen distanziert sich jedoch Heather mit zunehmendem Alter von ihrer gluckenhaften Mutter und sucht die Nähe ihres Vaters. Diesen erbost jedoch, dass sich ein ordinärer Bauarbeiter offensichtlich für seine Tochter interessiert und sogar Erfolg zu haben scheint. Da dieser Bobby jedoch keine Chance für eine standesgemäße Beziehung für sich sieht, malt er sich in seiner kranken Fantasie aus, Heather als Tote zu besitzen. Marc wiederum, besessen von der Vorstellung, dass Bobby seine Tochter verführen könnte, legt sich einen Mordplan zurecht. - Der durchweg in ironischer Distanz zu seinen Figuren geschriebene Roman karikiert natürlich ganz erheblich, aber dies auf zum Teil sehr amüsante Weise. Durchaus lesenswert. (Übers.: Bernhard Robben)

Helmer Passon

Helmer Passon

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Alles über Heather

Alles über Heather

Matthew Weiner
Rowohlt Hundert Augen (2017)

123 S.
fest geb.

MedienNr.: 863625
ISBN 978-3-498-09463-8
9783498094638
ca. 16,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
Diesen Titel bei der ekz kaufen.