Tod in weißen Nächten

Sankt Petersburg 1999: Kristina flieht mit ihrem Kind aus der Gefangenschaft in ihrer eigenen Wohnung und verunglückt. 18 Jahre später, während der weißen Nächte, gehen Zena und Julija aus. Beide sind stark angetrunken. Zena wird Tod in weißen Nächten überfallen und ausgeraubt. Ein unbekannter Mann kommt ihr zu Hilfe und nimmt sie im Auto mit. Soweit die Vorgeschichte. Natalja Iwanowa, Kommissarin in der Kriminaldirektion, wird gerufen, weil Zena Dahl, Tochter eines sehr reichen Schweden vermisst wird. Zena bleibt verschwunden, doch gibt es Kontakt zu ihrem Vater. Natalja erfährt, dass Zena ein russisches Adoptivkind ist. Diese Adoptionsgeschichte rückt immer weiter in den Mittelpunkt. Parallel dazu entwickelt sich die Geschichte einer Erpressung, um Dahl seine russischen Firmen abzuluchsen. Schließlich findet man in einem Park eine verbrannte Leiche. Zena? Und Natalja hegt Zweifel an der Integrität ihres Mannes Michail, ebenfalls Polizist, der ein geheimes Konto besitzt. Der Fall zieht weite Kreise und landet ganz oben. Die Ermittlungen werden nach der Verhaftung zweier Burschen, die als Täter gelten, eingestellt. Doch Natalja ermittelt heimlich weiter. Und alles entwickelt sich, wie in einem guten Krimi erforderlich, ganz anders als man denkt. - Probleme mit dem Ehemann, mit den Vorgesetzten, mit der Familie, die sich in Deutschland befindet, bestimmen das Geschehen. Lokalkolorit und russische Seele. Viel Alkohol und Zigaretten, Korruption und Geheimdienstmachenschaften - und mittendrin Natalja. Ein spannender Roman in der Zeit Putins, der ein Licht auf die gesellschaftliche und am Rande auch die politische Situation wirft. Sehr empfohlen.

Wilfried Funke

Wilfried Funke

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Tod in weißen Nächten

Tod in weißen Nächten

G. D. Abson ; aus dem Englischen von Kristof Kurz
Rowohlt Taschenbuch Verlag (2021)

rororo Taschenbücher ; 00167
443 Seiten
kt.

MedienNr.: 945523
ISBN 978-3-499-00167-3
9783499001673
ca. 12,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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