Fräulein Gold

In den zwanziger Jahren arbeitet Hulda Gold als freie Hebamme im Berliner Bezirk Schöneberg. Bei den Geburtsvorbereitungen für eine Frau im verrufenen Bülowbogen erfährt sie vom Tod einer Nutte, die ursprünglich Krankenschwester Fräulein Gold war. Man vermutet, sie wurde in den Landwehrkanal geworfen, wo sie ertrank. Die lebenslustige junge Hulda kommt in Kontakt mit dem Ermittler Karl North von der Berliner Kripo. Es bahnt sich mit Hindernissen eine Beziehung an. Zuletzt gerät Hulda an den Mörder, einen jungen Mann, dem sie ihr Fahrrad geliehen hatte. Sein Tatmotiv ist der Tod seines Vaters in der Psychiatrie, wo der bei einer Elektroschockbehandlung starb, bei der die von ihm nun getötete Krankenschwester assistierte. - Unwillkürlich kommen dem Leser bei den Schilderungen der Lebensumstände die Bilder von George Grosz und Käthe Kollwitz in den Sinn. Bitterste Armut infolge des Ersten Weltkriegs und überschäumende Lebenslust bis hin zum freizügigen Drogenkonsum liegen dicht beieinander. Kaum einer der Protagonisten leidet nicht an den Folgen zerrütteter Familienverhältnisse. Mehr Sittengemälde denn Krimi oder Liebesgeschichte. Breit empfohlen!

Pauline Lindner

Pauline Lindner

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Fräulein Gold

Fräulein Gold

Anne Stern
Rowohlt Polaris (2020)

Die Hebamme von Berlin - Fräulein Gold ; 1
381 Seiten
kt.

MedienNr.: 953511
ISBN 978-3-499-00427-8
9783499004278
ca. 16,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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