1984.4

Die 16-jährige Florence lebt in einem alternativen London, in dem ein totalitärer Staat das Leben der Bürger auf höchste Effizienz trimmt. Menschen werden in Klassen eingeteilt und bekommen Arbeit nur anhand ihrer Fähigkeiten. 1984.4 Senioren müssen sich einem Test unterziehen, der ihre restliche Lebenszeit berechnet, bevor Alter und Krankheit die öffentliche Hand zu stark belasten. Danach müssen sie sich in freiwillige Euthanasie begeben. Wer das nicht tut, wird gnadenlos vom Senioren-Service gejagt, dem Florence angehört. Als sich Florence in den idealistischen Freigeist Eric verliebt, werden ihr die Augen geöffnet und sie erkennt die Skrupellosigkeit des Staates. Doch erst als ihrer eigenen Mutter ein früher Tod bevorsteht, beginnt sie zu handeln und zettelt eine Revolution an. - Der letzte Roman von Philip Kerr ist eine Huldigung an George Orwells "1984" und Kerrs eigene Leidenschaft für Paralleluniversen. Kerr verwendet viele bekannte Figuren und Ideen aus Orwells Werk, wenngleich auch in anderen Funktionen, und ersinnt ein ähnlich erschreckendes Bild einer zukünftigen Gesellschaft. Aber er stellt der Allmacht des Staates die unzerstörbare Liebe als größte Kraft des Individuums und Weg in die Freiheit entgegen. Der Beginn von Florences Revolution am Ende ist ein positives Signal an die Leser, dass der freie Geist mit Mut, Liebe und Zuversicht in die eigenen Fähigkeiten bewahrt werden kann.

Stefanie Simon

Stefanie Simon

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

1984.4

1984.4

Philip Kerr ; aus dem Englischen von Uwe-Michael Gutzschhahn
Rowohlt Taschenbuch Verlag (2021)

Rowohlt Rotfuchs
319 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 958443
ISBN 978-3-499-21857-6
9783499218576
ca. 16,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: J
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