Zonenkinder

Jana Hensel war 13 Jahre alt, als die Mauer fiel, und macht sich jetzt "auf die Suche nach den verlorenen Erinnerungen"(S. 14). So wie der Osten "geschichtslos" (S. 34) geworden war, so endete für sie mit dem Mauerfall Zonenkinder auch die mit den Eltern "gemeinsame Geschichte" (S. 76). Sie tastet sich heran an eine Welt, in der alle ihre Meinung sagen und in der deshalb keiner mehr zuhört, in der Markenprodukte alltäglich sind, in der sich schon die Kinder ihren sozialen Status nach der beruflichen Karriere der Eltern zumessen. Und: Sie muss lernen, sich um sich selbst zu kümmern. - Das Besondere dieser von leiser Wehmut durchzogenen Erinnerungen an eine Kindheit in einer untergegangenen Welt ist nicht in erster Linie deren zeitgeschichtlicher Hintergrund. Vielmehr ist es die Frage, wie Kinder das Verschwinden ihres Staates erlebt haben. Sensationelle Erkenntnisse bietet das Buch zwar nicht, doch ist es durchaus lesenswert.

Bernhard Huber

Bernhard Huber

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Zonenkinder

Zonenkinder

Jana Hensel
Rowohlt-Taschenbuch-Verl. (2004)

rororo ; 23532
172 S. : Ill.
kt.

MedienNr.: 544398
ISBN 978-3-499-23532-0
9783499235320
ca. 12,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: So, Ge
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