Wald

Marian war erfolgreiche Modedesignerin mit schickem Geschäft in Wien. Finanzkrise und eine große unglückliche Liebe haben sie in den Bankrott getrieben. Sie kappt jeden Kontakt zu ihrem früheren Leben, außer zu ihrer Schwester, Wald und zieht sich in ein abgelegenes geerbtes Häuschen in den Voralpen zurück. Nach einem harten ersten Jahr, in dem sie fast verhungert bzw. erfroren wäre, lernt sie sich zu versorgen. Die Dorfleute lehnen sie ab, bis auf einen Großbauern, der ihr hilft. Franz kümmert sich um sie "auf einer ökonomischen Basis" - beide profitieren davon: Marian kann überleben mit dem Holz und den Lebensmitteln, die er ihr bringt, und er verlangt ihren Körper. Die Beziehung der beiden beruht aber dennoch auf gegenseitigem Vertrauen und Zuneigung. Allmählich gewöhnt sich Marian an das karge Leben; sie vergleicht es mit ihrem früheren Luxusleben, sie denkt an die Männer, in die sie sich verliebt hatte und die doch nicht die richtigen waren, und an ihre Tochter, die sie bei ihrem Vater in England gelassen hat. Aber letztendlich hat sie ihren Frieden mit sich gemacht. - Die Autorin beschreibt Marians neues Leben sehr intensiv; sie erzählt die Geschichte aus deren Perspektive, gibt detaillierten Einblick in ihre Gedanken und Gefühle, in das Abwägen zwischen dem früheren und jetzigen Leben und auch in die harte tägliche körperliche Arbeit, die ihr Leben jetzt bestimmt. Ein paar österreichische Wendungen geben dem Buch Lokalkolorit. Ein sprachlich fesselnder Vergleich zweier konträrer Lebensweisen: Stadt und Land.

Ileana Beckmann

Ileana Beckmann

rezensiert für den Borromäusverein.

Wald

Wald

Doris Knecht
Rowohlt Taschenbuch-Verl. (2016)

rororo ; 26787
270 S.
kt.

MedienNr.: 591801
ISBN 978-3-499-26787-1
9783499267871
ca. 10,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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