Unterwegs nach Babadag

Jenseits der glanzvollen Metropolen und der Brüsseler Bürokratie gibt es in Europa Ecken und Winkel, an die niemand gerne erinnern werden möchte: die Politiker nicht, die Unternehmer nicht, die Gewerkschaften nicht. Und genau dahin Unterwegs nach Babadag zieht es immer wieder den polnischen Schriftsteller Andrzej Stasiuk. Einige dieser europäischen Regionen "außerhalb von Geschichte und Zeit" stehen im Mittelpunkt seines neuen Buches, etwa das im Sommer unerträglich schwüle rumänische Donau-Delta. "Weder Ideen noch Geld noch die räudige Zeit werden diese Orte je berühren." Oder das gottverlassene, trostlos arme Moldawien, dieses "wahrhaftige Ende der (russischen) Revolution". Stasiuk beobachtet und schreibt nicht als ein arroganter westlicher Schriftsteller, der sich mit Grausen von diesen Territorien der Armut abwendet, sondern als Autor, der dieses alles durchaus aus eigener Erfahrung kennt und der uns die vollkommene Fremde in einer poetischen, kraftvollen Sprache näherbringen kann. Man wünscht diesem Buch einen sehr großen Leserkreis. (Übers.: Renate Schmidgall)

Carl Wilhelm Macke

Carl Wilhelm Macke

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Unterwegs nach Babadag

Unterwegs nach Babadag

Andrzej Stasiuk
Suhrkamp (2006)

299 S.
fest geb.

MedienNr.: 239312
ISBN 978-3-518-41727-0
9783518417270
ca. 22,80 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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