Die Entdecker des Jahrhunderts

Von der Küste eines trostlosen Landes, das praktisch frei von Flora und Fauna ist, starten zwei rivalisierende Expeditionstrupps, um als erste an den "äußersten erreichbaren Punkt" zu kommen. Lediglich begleitet von ihren Die Entdecker des Jahrhunderts stummen Maultieren, die das Gepäck tragen, werden von beiden Gruppen unterschiedliche Wege gewählt. Ihre Hoffnung, am Ende auf besiedelbares Land zu stoßen, nimmt im öden Trott des trostlosen Unterwegsseins in der Polarnacht immer mehr ab. Dem Autor Magnus Mills geht es darum, zu zeigen, wie eigentümlich, eintönig und - wie sich am Ende herausstellen wird - sinnlos das menschliche Handeln sein kann. Angestachelt von einem vorher festgelegten Ziel, das in vollkommener Unkenntnis der realen Bedingungen getroffen wurde. Eine zunächst verwirrende Wendung ergibt sich, als eines der Maultiere plötzlich zu sprechen beginnt und sich nach und nach herausstellt, dass die Expedition nur ein Ziel hat: Sie soll einen abgelegen Ort auf der Erde finden, an den man alle "Maultiere", eine unterdrückte und versklavte menschenartige Gattung, die als Sündenbock für die globale depressive Stimmung dient, verschiffen kann. Alles in allem eine skurrile und absichtlich farblose Erzählung, die ihren tieferen Sinn erst nach der Lektüre entfaltet. Empfehlenswert für Freunde des kühlen britischen Humors. (Übers.: Katharina Böhmer)

Benjamin Haßler

Benjamin Haßler

rezensiert für den Borromäusverein.

Die Entdecker des Jahrhunderts

Die Entdecker des Jahrhunderts

Magnus Mills
Suhrkamp (2008)

195 S.
fest geb.

MedienNr.: 297253
ISBN 978-3-518-42017-1
9783518420171
ca. 19,80 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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