Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes

Gewiss kann man manche der hier abgedruckten Geschichten des jungen österreichischen Erzählers Clemens J. Setz (*1982 in Graz) schmunzelnd lesen, etwa "Das Gespräch der Eltern in 'Hänsel und Gretel'" oder "Mütter" Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes (in der ältere Straßenmütter nachts auf einsame Männer warten, um sie gegen einen teuren Preis wieder tröstend aufzurichten ...) oder die Phantasie über die Erfindung eines Computerspiels "Kleine braune Tiere". Und man findet auch ein paar bedenkenswerte Geschichten voller interessanter Ideen wie "Character IV" (wo einer im Inneren einer Schneekugel auf einem winzigen massereichen Planeten lebt und bastelt) oder die Titelgeschichte (deren Überschrift freilich geheimnisvoll bleibt). Anderes in dieser Sammlung dagegen lässt beim Leser nur Fragen und Unzufriedenheit zurück (wie gleich der erste Titel "Milchglas" oder "Das Herzstück der Sammlung"). Ob man da "am liebsten das eigene Knie küssen möchte vor Verzückung" über so viel Skurrilität, wie die 'Süddeutsche Zeitung' meint, ist sicherlich auch Geschmackssache. - Für Büchereien mit Leserinnen und Lesern, die Sinn haben für skurrile und teilweise auch verstörende Geschichten. (Preis der Leipziger Buchmesse 2011)

Georg Bergmeier

Georg Bergmeier

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes

Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes

Clemens J. Setz
Suhrkamp (2011)

349 S.
fest geb.

MedienNr.: 568369
ISBN 978-3-518-42221-2
9783518422212
ca. 19,90 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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