Zehn Milliarden

Mindestens 10 Milliarden Menschen werden gegen Ende dieses Jahrhunderts auf der Erde leben. Und dies wird "der reinste Albtraum sein" (S. 156), denn es wird verheerende Konsequenzen haben (Klimawandel, Wetterextreme und Naturkatastrophen, Zehn Milliarden Ernährungskrisen und Hungersnöte, Wassernotstand, Kampf um Ressourcen, Kippen der Ökosysteme ...). So lautet die alarmierende Botschaft, die der Verfasser, "Leiter eines von Microsoft aufgebauten Forschungslabors und Professor in Oxford" (Vorwort) durch eine Vielzahl valider Statistiken und computergestützten Prognosen renommierter internationaler Institutionen belegt. Sämtliche Versuche, uns aus dieser Situation "herauszutechnologisieren" (S. 173), z.B. durch "Grüne Energie, Kernkraft, Entsalzung, Geoengineering", sind gescheitert, allein ein radikaler Bewusstseinswandel und die maximale Veränderung unserer Zivilisation könnten helfen. Aber zum einen: "wir alle sind einfach schlecht informiert" (S. 188). Und selbst wenn sich daran, z.B. durch dieses wichtige Buch, etwas ändern ließe, so ist die Menschheit nach aller Erfahrung nicht bereit, an den bisherigen Lebensgewohnheiten Entscheidendes zu ändern. Somit kommt der "rationale Pessimist" (S. 172) zu dem Fazit, dass alles, was bisher gemacht wurde, die Menschheit nicht retten wird und dass das, was uns retten könnte, nicht gemacht wird. "Das Problem sind wir" (S. 197). - Ein äußerst deprimierendes Buch, knapp und präzise in der Darstellung der Fakten, drastisch in den Formulierungen und mit dem adäquaten Cover, das signalisiert: Alarmstufe Rot für die Menschheit!

Helmer Passon

Helmer Passon

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Zehn Milliarden

Zehn Milliarden

Stephen Emmott
Suhrkamp (2013)

204 S. : Ill., graph. Darst.
fest geb.

MedienNr.: 390953
ISBN 978-3-518-42385-1
9783518423851
ca. 14,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: So
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