Politik zum Selbermachen

Dieses schmale Bändchen der aktiven Augsburger Kommunalpolitikerin, Autorin und Literaturkritikerin nennt sich zu Recht "Gebrauchsanweisung". In den 22 Kapiteln werden typische Konstellationen und Herausforderungen, die Politik zum Selbermachen auf jeden Kommunalpolitiker zukommen, aufbereitet (Ortsverein, Infostand, Stadtratssitzung, Referentenwahl, Dienstwagen, Kleidung, Bürgerwille ...). Jedes Kapitel besteht aus vier Teilen. Nach einer knappen, sehr anschaulichen Einführung in den jeweiligen Sachverhalt - meist in Form eines Fallbeispiels - begibt sich die Autorin fiktiv in die Rolle eines kritischen jungen Menschen, der sich wundert, nachfragt, in Frage stellt. Seine Unklarheiten oder Bedenken werden im dritten Teil, der sog. Lektion, aufgegriffen und diskutiert. Im letzten Teil folgen jeweils vier "Testfragen", deren Beantwortung dem Leser Auskunft darüber geben soll, ob er sich für das Geschäft des Politikers eignet. - In diesem Buch der ehemaligen 3. Bürgermeisterin und Augsburger Kulturreferentin (2002 - 2008) steckt eine ganze Menge kommunalpolitischer Erfahrung. Dass die Autorin stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Augsburger Grünen ist, spürt man immer wieder an dem leicht ironischen Ton und dem distanzierten Blick auf das etablierte politische Geschäft mit all seinen Zwängen und Ritualen. Jedenfalls ermöglicht das mit bemerkenswerter Offenheit und selbstkritischem Realismus geschriebene Buch einen ungeschminkten Blick hinter die Kulissen des politischen Geschäfts. Empfehlenswert!

Helmer Passon

Helmer Passon

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Politik zum Selbermachen

Politik zum Selbermachen

Eva Leipprand
Suhrkamp (2011)

suhrkamp nova
171 S.
kt.

MedienNr.: 344787
ISBN 978-3-518-46268-3
9783518462683
ca. 11,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: So
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