Abbey Road Murder Song

Die kriminaltechnischen Methoden sind Ende der 60-er Jahre noch wenig entwickelt. Deshalb dauert es lange, bis Detective Breen und seine junge Kollegin von der Londoner Mordkommission die Identität des toten Mädchens feststellen, Abbey Road Murder Song das in der Nähe der legendären Abbey-Road-Studios aufgefunden wurde. Der Verdacht, dass ihr Tod etwas damit zu tun haben könnte, dass sie zu der großen Fan-Gemeinde der Beatles gehörte, erweist sich nur zum Teil als zutreffend. Die überraschende Auflösung des Falles, nachdem lange Zeit mehrere falsche Spuren gelegt und verfolgt werden, mag vielleicht nicht völlig plausibel erscheinen. Dennoch gelingt es dem Autor dieses spannenden Polizeikrimis, den Leser über weite Strecken zu fesseln. Dass er dabei auf viele traditionelle Motive zurückgreift, stört keineswegs. So ist Sergeant Breen z.B. ein durch den Tod seines Vaters traumatisierter Außenseiter, der von seinen Kollegen wegen eines scheinbaren Fehlverhaltens und wegen seiner eigenwilligen Ermittlungsmethoden geschnitten wird. Seine von den Kollegen verspottete Sensibilität und Verletzbarkeit, auch dass er die sexistischen Macho-Sprüche seiner Kollegen ablehnt, machen ihm dem Leser sympathisch. Fazit: Der spannende, atmosphärisch dichte und überdies stellenweise recht witzige Erstlingsroman des britischen Journalisten und Autors ist nicht nur für Beatles-Fans lesenswert. (Übers.: Conny Lösch)

Helmer Passon

Helmer Passon

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Abbey Road Murder Song

Abbey Road Murder Song

William Shaw
Suhrkamp (2013)

Suhrkamp-Taschenbuch ; 4475 : Suhrkamp Nova
474 S.
kt.

MedienNr.: 385472
ISBN 978-3-518-46475-5
9783518464755
ca. 14,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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