Mexikoring

Im neuen Fall der unkonventionellen Staatsanwältin Chasity Riley werden in Hamburg immer wieder Autos angezündet. Doch in einem Fiat am Mexikoring saß noch jemand, als er angezündet wurde: Nouri Saroukhan. Er ist ein Mitglied eines Mexikoring Bremer Familienclans, der in illegale Geschäfte verwickelt ist. Nouri wurde in dem Wagen eingeschlossen und stirbt an seinen Verletzungen. Riley, der Ermittler Stepanovic sowie weitere Beamte bilden eine Sonderkommission. Sie stellen Nachforschungen zu Nouris Vergangenheit an, um einen Anhaltspunkt für seinen Tod zu finden. Dabei stoßen sie auf seine Beziehung zu Aliza, die er schon in seiner Schulzeit kennenlernte. Sie gehörte zu einem konkurrierenden Clan. Ist Nouri einem Clan-Streit zum Opfer gefallen oder hat sein Tod mit seiner Tätigkeit als Versicherungsvertreter zu tun? - In zwei Zeitebenen wird die Geschichte erzählt: zum einen die Ermittlungstätigkeit aus der Sicht von Riley in einer schnoddrigen und pointenreichen Art, in der auch immer wieder die Melancholie hervorscheint. Zum anderen wird die wachsende Liebe zwischen Nouri und Aliza, die aus familiären Gründen nie sein durfte, von ihrer Schulzeit bis zum Tod Nouris nacherzählt. Am Ende des Buchs laufen beide Zeitlinien zusammen. Buchholz pflegt eine besondere Sprachkunst. Das führt dazu, dass ein Kapitel schon einmal als Gedicht formuliert ist. So ist ein gehobener Regionalkrimi entstanden, der mit dem Deutschen Krimipreis 2019 ausgezeichnet wurde. Allen Krimifans empfohlen.

Helmut Lenz

Helmut Lenz

rezensiert für den Borromäusverein.

Mexikoring

Mexikoring

Simone Buchholz
Suhrkamp (2018)

Suhrkamp Taschenbuch ; 4894 : Suhrkamp nova
247 S.
kt.

MedienNr.: 595549
ISBN 978-3-518-46894-4
9783518468944
ca. 14,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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