Schöner als überall

Vor zwei Jahren haben die beiden Freunde Martin und Noah ihr kleines Dorf im Rheintal verlassen und sind nach München gezogen. Noah hat die Hauptrolle in einem Film ergattert, Martin halbherzig ein Studium begonnen. Nach einem Saufgelage Schöner als überall bricht Noah in einem Münchener Park den Speer einer Athenestatue ab. In einer Nacht- und Nebelaktion mietet er einen Transporter und fährt mit Speer und Martin nach Hause. Er will das Beweisstück in einem Baggersee versenken, da er fürchtet, sein Ruf sei andernfalls zerstört. Die Geschichte, die wie eine Roadnovel beginnt, mündet alsbald in ruhigerem Fahrwasser. Martin kehrt in sein Elternhaus zurück und beginnt sich zu fragen, wovor er vor zwei Jahren geflohen ist. Wie hat ihn dieser Ort geprägt? Er trifft alte Freunde und seine Jugendliebe wieder. Kaum einer hat das erreicht, was er beim Schulabschluss ersehnte. Aus der Perspektive von Martin erzählt die sehr junge Autorin Kristin Höller (Jahrg. 96) in ihrem Erstlingswerk vom Erwachsenwerden, vom Glück und Schmerz der ersten Liebe und den Schwierigkeiten, seinen Platz in der Welt zu finden. Ihre Sprache ist authentisch und berührt. Ein beeindruckendes Debüt!

Susanne Emschermann

Susanne Emschermann

rezensiert für den Borromäusverein.

Schöner als überall

Schöner als überall

Kristin Höller
Suhrkamp (2019)

Suhrkamp Taschenbuch ; 4995 : Suhrkamp nova
219 S.
fest geb.

MedienNr.: 598470
ISBN 978-3-518-46995-8
9783518469958
ca. 18,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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