Mit Freude lernen - ein Leben lang

Lernen ist der Motor der Evolution, denn jede Veränderung erfordert eine Reaktion in Form von Lernen. Deshalb ist Lernen ein natürliches, dem Menschen inhärentes Bedürfnis, das insbesondere beim Kind ganz ausgeprägt ist, das uns Mit Freude lernen - ein Leben lang aber das ganze Leben hindurch begleitet, denn die Plastizität des menschlichen Gehirns bleibt bis ins höchste Alter erhalten. Doch durch die zum Zweck des Lernens geschaffenen Einrichtungen werde die "angeborene Lernlust des Menschen in Lernfrust verwandelt" (S. 7). Voraussetzung für Lernen ist nach Hüther, dass das zu Lernende für das Individuum bedeutsam ist und dass es "unter die Haut geht", also emotional berührt. Ferner setzt Lernen nach Ansicht des Autors ganz wesentlich stabile vertrauensvolle Beziehungen und einen angstfreie Atmosphäre voraus. Für die Schule und alle lehrenden Institutionen bedeute dies ein grundlegendes Umdenken. Aufgabe der Lehrer ist also, statt Druck auszuüben und zum Wettbewerb anzustacheln zum Lernen "einzuladen" und "zu ermutigen" (S.167). In seinen Ausführungen wiederholt der Autor etablierte Erkenntnisse der Reformpädagogik und begründet diese mit Erkenntnissen der modernen Neurobiologie. Im Hinblick auf die Konkretisierung seiner sehr allgemein gehaltenen Ausführungen für den Schulalltag bleibt er leider doch recht vage. Kann man lesen - muss man nicht.

Helmer Passon

Helmer Passon

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Mit Freude lernen - ein Leben lang

Mit Freude lernen - ein Leben lang

Gerald Hüther
Vandenhoeck & Ruprecht (2016)

Pädagogik
224 S.
kt.

MedienNr.: 822128
ISBN 978-3-525-70182-9
9783525701829
ca. 20,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Pä
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