Mutters Flucht

Der TV-Moderator Andreas Wunn und sein Bruder haben sich im Jahr 2017 an der Seite ihrer 75-jährigen Mutter mit einer Reise über die sogenannte Balkanroute auf Spurensuche in ihre Vergangenheit und die ihrer Familie in den Banat Mutters Flucht begeben. 70 Jahre nach der Flucht der donauschwäbischen Familie aus dem damaligen Jugoslawien über Ungarn und Österreich bis nach Deutschland erkunden sie die Herkunft und Wege ihrer Familie. Die Mutter selbst kann oder will sich nicht an zu viel erinnern. Auch an die Emotionen, die sie mit ihrer Vergangenheit verbinden könnten, rührt sie lieber nicht, denn sie möchte sich und andere nicht mit ihren Erinnerungen belasten. Der Autor versucht, möglichst viel über das Leben seiner Familie zu erfahren und seiner Mutter so viele Erinnerungen wie möglich zu entlocken. Auf der Reise begegnen sie in umgekehrter Richtung heutigen Flüchtlingen, die über die Balkanroute das rettende Europa erreicht haben. Die Schicksale sind vergleichbar. Der Autor hat viel Hintergrundwissen recherchiert, um die Geschichte seiner Familie besser kennenzulernen und zu verstehen. So wird die sehr persönlich erzählte Geschichte zugleich zu einem wichtigen Zeitdokument, das die Kultur und Geschichte der Banater Schwaben im ehemaligen Jugoslawien einschließt. Allen sehr zu empfehlen, die sich für das Thema Flucht und Vertreibung interessieren, sei es aus familiären oder aus anderen Gründen.

Lioba Speer

Lioba Speer

rezensiert für den Borromäusverein.

Mutters Flucht

Mutters Flucht

Andreas Wunn
Ullstein (2018)

253, [16] S. : Ill. (z.T. farb.), Kt.
fest geb.

MedienNr.: 595827
ISBN 978-3-550-05036-7
9783550050367
ca. 20,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Bi
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