Warum Affen für die Liebe zahlen

Eine spannende Reise ganz anderer Art bietet der Autor Jörg Zittlau hier an: Skurrilitäten und Kuriositäten der Tierwelt stehen auf dem Plan. Angefangen von den Wirbellosen bis hin zu den Affen und Menschen geht die Reise, immer Warum Affen für die Liebe zahlen auf der Spur der Eigenarten, die in keinem klassischen Biologiebuch zu finden sind, und die zudem oft keinen Evolutionsvorteil bringen, sondern eher Nachteile. Jörg Zittlau erzählt z.B. dass der Guppy seiner Liebsten, nur seine "Schokoladenseite" zuwendet, nämlich jene mit den meisten orangen Punkten. Dabei ist völlig ungeklärt, woher der Guppy weiß, welche seiner Seiten das ist. Die Liebste lässt dieses Theater zudem noch völlig ungerührt. Eine andere Geschichte handelt von der Lurchin, die ihren Mann schlägt, wenn er fremd gegangen ist - auch wenn sie Gefahr läuft, dass er ganz verschwindet und damit keine Nestpflege mehr betreiben kann. Und Raben wiederum, intelligent genug, um mit Steinwürfen den Pegel von Wasservorräten steigen zu lassen, lassen sich nur aus Spielfreude immer wieder zu riskanten, lebensgefährlichen Flugmanövern hinreißen. Und die Giraffe ist auf Grund ihres Körperbaus scheinbar ohnehin ein Auslaufmodell der Evolution, sie überlebt nur aufrecht bzw. "schlaflos in der Serengeti" (S. 139). - Mit witzigen Vergleichen aus dem Menschenalltag und viel Fachwissen liefert diese Sammlung lockere und leicht verständliche Unterhaltung aus dem Reich der Biologie.

Sabine Schaefer-Kehnert

Sabine Schaefer-Kehnert

rezensiert für den Borromäusverein.

Warum Affen für die Liebe zahlen

Warum Affen für die Liebe zahlen

Jörg Zittlau
Ullstein (2008)

199 S. : Ill.
fest geb.

MedienNr.: 294500
ISBN 978-3-550-08744-8
9783550087448
ca. 14,90 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Na
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