Endzeit

Wie oft war die Stadt Weimar schon mal Handlungsort einer Graphic Novel? Das allein macht den Manga "Endzeit" der deutschen Autorin Olivia Vieweg ja bereits interessant. Darüber hinaus zeigt Vieweg unsere Welt drei Jahre Endzeit nach der Apokalypse in den Händen einer neuen Art von Zombies, wie sie nie zuvor beschrieben wurden. Einzig in den beiden durch einen Zaun "geschützten" Städten Weimar und Jena können sich Menschen der Zombies erwehren. Zwei junge Frauen, Vivi und Eva, begegnen sich in einem verbotenen Güterzug, der die einzige Verbindung zwischen Weimar und Jena darstellt. Beide wollen illegal nach Jena reisen, doch die geplante Zugfahrt scheitert. Sie müssen zu Fuß weiterziehen. Dabei lüften sich für die Leser ganz unterschiedliche Geheimnisse der beiden Protagonistinnen. Die schwere Seelenlast scheint für die Frauen beinahe gefährlicher als das Aufeinandertreffen mit Zombies. Die Ursprungsversion von Olivia Viewegs Graphic Novel "Endzeit" entstand 2011 als Diplom-Arbeit an der Bauhaus-Universität in Weimar und wurde bereits verfilmt. Auch in der neuen Graphic Novel-Ausgabe mit Manga-Elementen von 2018 wird relativ viel ohne Dialogtext über die Bilder selbst erzählt. Der außergewöhnlich spannend inszenierte Band kann Büchereien insbesondere für junge Leser mit Horror-Faible empfohlen werden.

Michaela Groß

Michaela Groß

rezensiert für den Borromäusverein.

Endzeit

Endzeit

Olivia Vieweg
Carlsen (2018)

graphic novel
285 S. : überw. Ill. (farb.)
fest geb.

MedienNr.: 591597
ISBN 978-3-551-76169-9
9783551761699
ca. 22,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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