Spirou + Fantasio spezial - 8. Spirou

In seiner Interpretation der Jugendjahre einer der bekanntesten franko-belgischen Comiccharaktere blättert Emilie Bravo zum Vorabend des Zweiten Weltkriegs zurück, als Spirou tatsächlich kreiert wurde. Im Hotel "Moustic", Spirou + Fantasio spezial - 8. Spirou eine Anspielung auf die Dupuis-Zeitschrift "Le Moustique", wird der Junge als Page angestellt, wo er sich den steten Attacken des übel gelaunten Türstehers ausgesetzt sieht. Ein Lichtblick stellt das polnische Zimmermädchen dar, das ihn durch seine offene, zupackende Art öfter in Verlegenheit bringt. Stets setzt ihm der aufdringliche Reporter Fantasio zu, der eine Erfolgsstory wittert, wodurch beide die Kriegsverhandlungen eines hohen Nazifunktionärs mit einer polnischen Abordnung stören. Mit detailreichen Anspielungen auf die frühen Jahre der humorvollen Abenteuerserie versehen, kombiniert Bravo die einfache, glatte Grafik der Anfänge mit dem "New Wave"-Chic des "Spirou"-Bewunderers Yves Chaland. Dabei wirft der spanisch-französische Zeichner die Frage nach dem Standpunkt des Einzelnen im Krisenfall auf und legt die unvereinbaren Positionen während des Zweiten Weltkriegs dar. Aufgrund seiner betont politischen Ausrichtung sowie einiger Spitzen gegen pädophilie Priester im (nachgereichten) Prolog richtet sich das grafisch elegante Album an ein älteres Publikum (ab 14 Jahren). Der mehrfach ausgezeichnete Band ist für alle Bestände geeignet.

Gregor Ries

Gregor Ries

rezensiert für den Borromäusverein.

Spirou + Fantasio spezial - 8. Spirou

Spirou + Fantasio spezial - 8. Spirou

Szenario und Zeichn.: Émile Bravo
Carlsen (2009)

Spirou + Fantasio spezial ; 8
76 S. : überw. Ill. (überw. farb.)
kt.

MedienNr.: 560195
ISBN 978-3-551-77696-9
9783551776969
ca. 12,00 € Preis ohne Gewähr

Borromäus-Altersempfehlung: ab 14
Systematik: J
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