Ich sterbe, aber die Erinnerung lebt

Bereits der Titel gibt Auskunft über die Problematik, die in zwei unterschiedlichen, inhaltlich sich aber stark aufeinander beziehenden Texten aufgearbeitet wird. Im ersten Teil gibt Mankell, vielen als Autor sozialkritischer Kriminalromane Ich sterbe, aber die Erinnerung lebt bekannt, in der Erzählung "Die Mangopflanze" einen schockierenden Einblick in die Situation der Aidskranken in Afrika und die daraus resultierenden familiären, wirtschaftlichen und sozialen Folgen. Mankell, der z.T. in Afrika (Mosambik) lebt und arbeitet, schildert nicht nur die trostlose Lage der Infizierten, die Last der Verantwortung für Kinder und Alte, er gewährt auch Einblicke in seine ganz persönlichen Ängste. Als äußerst wichtig und hilfreich bezeichnet er das "Memory Book Project", in dem erkrankte Eltern für ihre Kinder bedeutende Ereignisse ihres Lebens festhalten und Rat für die Zukunft geben. Im zweiten Teil zeigt ein solches Erinnerungsbuch offen und aufwühlend die Ausweglosigkeit einer von Aids heimgesuchten Familie. - Sehr empfehlenswert!

Inge Hagen

Inge Hagen

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Ich sterbe, aber die Erinnerung lebt

Ich sterbe, aber die Erinnerung lebt

Henning Mankell
Zsolnay (2004)

142 S.
fest geb.

MedienNr.: 214204
ISBN 978-3-552-05297-0
9783552052970
ca. 14,90 € Preis ohne Gewähr
Systematik: So, Na
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