Der vollkommene Schmerz

Anders als der Titel und die Coverillustration vermuten lassen könnten, ist dieser mit dem "Premio Strega" ausgezeichnete Roman vielleicht im Ton melancholisch, aber keineswegs traurig gefärbt. Am Beispiel der Geschichte Der vollkommene Schmerz zweier toskanischer Familien von den letzten Jahrzehnten des 19. Jh. bis nach dem Zweiten Weltkrieg präsentiert der Autor des "Lebens ganze Fülle", angefangen von (überaus realistisch geschilderten) Geburten über die erste Liebe bis hin zum "vollkommenen Schmerz" des Sterbens und des Abschieds für immer. In zweiter Ehe heiratet die Witwe Bartoli einen aus dem Süden in die Toskana gekommenen Lehrer und Anarchisten, genannt "il Maestro". Eines der vier Kinder der beiden heiratet eine Tochter aus der weniger romantisch-anarchischen als geschäftstüchtig-gerissenen Familie Bertorelli. Der Fortgang der Familiengeschichte - und das ist das Raffinierte an diesem Roman - wird immer wieder von verschiedenen Mitgliedern der Familie aus deren Blickwinkel geschildert. Um die Verwirrung für den Leser in Grenzen zu halten, ist am Schluss des Buches ein ausführlicher Stammbaum der Akteure zu finden. Eingestreut in den Erzählfluss sind immer wieder kleine poetische Erzähljuwelen. - Ein empfehlenswertes Buch für alle Freunde des "großen Familienromans'". (Übers.: Karin Krieger)

Carl Wilhelm Macke

Carl Wilhelm Macke

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Der vollkommene Schmerz

Der vollkommene Schmerz

Ugo Riccarelli
Zsolnay (2006)

413 S.
fest geb.

MedienNr.: 256414
ISBN 978-3-552-05387-8
9783552053878
ca. 23,50 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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