Das Geld war schmutzig

Beim letzten Coup musste Parker seine Beute zurücklassen, um in letzter Minute der Polizei zu entkommen (BP/MP 09/397). Dennoch wollen er und seine Komplizen das Geld nicht aufgeben, trotz hoher Polizeipräsenz halten sie sich weiterhin Das Geld war schmutzig in der Gegend auf. Und jetzt gibt es keine Kameradschaft mehr. Jeder misstraut jedem, nach allen Regeln der Kunst versuchen sie, sich gegenseitig übers Ohr zu hauen und das Geld allein zu sichern. Erschwerend kommt allerdings hinzu, dass das Geld gewaschen werden muss. - Parker, der Mann "ohne Vornamen, ohne Biografie, ohne Gefühle und außerhalb aller Moral" (Bruno Steiger, 'Neue Zürcher Zeitung'), wurde von Richard Stark, alias Donald Westlake, in den sechziger Jahren erfunden. Seine Geschichten um diesen professionellen Dieb, der kaltschnäuzig und abgebrüht seine Ziele verfolgt, wurden in den letzten Jahren neu aufgelegt. Eigenartig ist die Wirkung, die von diesen Romanen ausgeht. Der Autor erzählt sehr distanziert und mit großem Abstand zu seinen Personen, die dadurch gesichtslos bleiben, erreicht aber mit diesem Stil ein hohes Maß an Spannung, sowie eine den James-Bond-Filmen vergleichbare Irrealität. Fast fühlt man sich geneigt, diesem intelligenten und ausgebufften, aber auch zivilisierten und höflichen Ganoven Glück und Gelingen zu wünschen. Der Leser begegnet hier einem ungewöhnlichen (Anti-)Helden und einer ungewöhnlichen Erzählperspektive, die, stilsicher alle Entgleisungen meidend, sehr zu fesseln vermag. Als Angebot vor allem für männliche Leser überall empfohlen. (Übers.: Rudolf Hermstein)

Ulrike Braeckevelt

Ulrike Braeckevelt

rezensiert für den Borromäusverein.

Das Geld war schmutzig

Das Geld war schmutzig

Richard Stark
Zsolnay (2009)

253 S.
kt.

MedienNr.: 562885
ISBN 978-3-552-05479-0
9783552054790
ca. 16,90 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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