Heldensuche

Ein deutscher Soldat namens Josef Schulz soll sich 1941 geweigert haben, serbische Partisanen zu erschießen, woraufhin er auf Befehl eines Offiziers angeblich hingerichtet wurde. Michael Martens, ehemals Korrespondent der Frankfurter Heldensuche Allgemeinen Zeitung in Belgrad und jetzt in dieser Funktion in Istanbul tätig, hat die Geschichte von Schulz neu aufgedeckt und ist den Spuren nachgegangen. Nicht nur nach Serbien führten ihn die Recherchen, um die "Karriere eines wundersamen Irrtums" (S. 366) zu rekonstruieren, sondern auch in die Bundesrepublik. Der "Fall Josef Schulz" war immer wieder Thema, gerade in den Medien. Die Geschichte vom guten Soldaten beschäftigte auch Politiker wiederholt, sogar eine Straße sollte nach ihm benannt werden. Martens hat einen mit flotter Feder geschriebenen Geschichtskrimi verfasst, der den Spannungsbogen lange aufrechterhält und dessen Pointe erst gegen Ende kommt. Da hier verständlich wird, wie politische Legenden entstehen und was sie bewirken können, sieht man auch über einige Längen gerne hinweg. Ab mittleren Beständen empfehlenswert.

Bernhard Lübbers

Bernhard Lübbers

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Heldensuche

Heldensuche

Michael Martens
Zsolnay (2011)

391 S. : Ill., Kt.
fest geb.

MedienNr.: 349994
ISBN 978-3-552-05531-5
9783552055315
ca. 24,90 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Ge
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