Hotel Nirgendwo

Dies ist die Geschichte eines Mädchens, das mit neun Jahren seine Heimat verliert. 1991 belagern die Serben die kroatische Grenzstadt Vukovar an der Donau. Mädchen, Mutter und großer Bruder der Familie fliehen, während der Vater Hotel Nirgendwo als Kämpfer bleibt und bald als vermisst gilt. Das Mädchen wächst unter erschwerten Bedingungen auf, Unterkunft bietet letztlich für alle Drei ein kleines Zimmer in einem Hotel in Zagreb. Die Großeltern stoßen noch dazu, doch vom Vater fehlt jede Spur. Die Mutter und der Bruder kämpfen um eine menschenwürdige Unterkunft und finanzielle Unterstützung. In dieser trostlosen Zeit wird das Mädchen erwachsen, erlebt Freundschaften, erste Liebe, die Gefühlswirren der Pubertät. Doch erst zehn Jahre später erfüllt sich der große Traum der Familie - eine eigene Wohnung. - Mitten in Europa vollzog sich in den 90er Jahren auf dem Balkan eine Tragödie. Bodrožic, selbst 1982 in Vukovar geboren, erzählt aus kindlicher Sicht von der Entwurzelung einer Familie, naiv, teils wirr, teils mit verblüffender kindlicher Logik. Sie reiht Episoden aneinander, bricht den Erzählfluss durch Rückblicke, verliert sich zuweilen in Details. Daher ist dieser Roman eher für ausgebaute Bestände brauchbar, aber dort als Schilderung einer von Kriegswirren direkt betroffenen Adoleszenz empfehlenswert! (Übers.: Marica Bodrožic)

Beate Mainka

Beate Mainka

rezensiert für den Borromäusverein.

Hotel Nirgendwo

Hotel Nirgendwo

Ivana Bodrožic
Zsolnay (2018)

220 S.
kt.

MedienNr.: 597914
ISBN 978-3-552-05910-8
9783552059108
ca. 15,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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